Die Zeichen der Zeit erkannt: Arnold ist bereit für die BIMplementierung


Fokusthema «BIM»

Mit gesamt über 200 Jahren Erfahrung in der Netzbaubranche verfügt die Arnold-Gruppe über langjähriges und enorm breites Fachwissen. Doch Stillstand ist keine Option. Kompetenzen werden fortlaufend weiterentwickelt und Zukunftsthemen proaktiv adressiert. Denn Innovation wird in der Arnold-Gruppe grossgeschrieben – insbesondere dann, wenn es um die digitale Transformation geht. Aktuell hat die Digitalisierung in der (Netz-)Baubranche einen Namen: BIM. Und Arnold hat das Potenzial erkannt.

Neue Massstäbe für den Netzbau: BIM ist zurzeit in aller Munde. Von Chancen, gar einer Revolution der Baubranche ist die Rede. BIM steht für Building Information Modelling und beschreibt gemeinhin einen Ansatz, wie die Zusammenarbeit und der Datenaustausch zwischen Akteuren über den gesamten Lebenszyklus eines Bau- oder Netzwerks unterstützt wird. Anders als zum Teil angenommen, handelt es sich dabei folglich nicht um eine Software, sondern um eine Methodik.


Dem schliesst sich auch Arnold an: BIM wird als eine Methode aufgefasst, um die Planung, die Umsetzung und den Betrieb im Bauwesen zu optimieren. Möglich wird dies, indem die im Zuge der Planung erstellten Daten und Informationen digital erfasst, kombiniert und aufeinander referenziert werden.


BIM ist mehr als ein 3D-Modell

Als Herzstück setzt BIM auf ein zentrales 3D-Datenmodell, welches von sämtlichen Projektbeteiligten genutzt wird. Genau gesagt, bildet das Modell physikalische und funktionelle Eigenschaften eines Bauwerks digital ab. Für jede Komponente, das heisst jedes einzelne Bauelement, werden dessen individuelle Eigenschaften (u. a. Last, Instandhaltungsintervall, Kosten etc.) integriert. Auf Basis dieser Attributinformationen lässt sich ein digitaler Zwilling des Bauwerks erstellen, der die Ausführung wiederum massgeblich vereinfacht.


Hinter der Methodik steht letztlich das Ziel, Daten in Bezug auf die jeweiligen Projektziele aufzubereiten, zu verwenden und weiteren Involvierten zeit- und ortsungebunden zur Verfügung zu stellen. Richtig angewendet, erlauben die Datenmodelle, die dahinterstehen, darum ein phasen- und adressatengerechtes Arbeiten. Mittels BIM kann also die Kommunikation und die Koordination zwischen den einzelnen Projektpartnern massgeblich vereinfacht und zugleich strukturiert werden.


Anstelle eines sequenziellen Prozesses, welcher sich für Bauprojekte in der Regel als typisch erweist, kann von den Vorteilen eines parallelen, integralen Prozesses profitiert werden. Lösungen lassen sich von Beteiligten, wie zum Beispiel Architekten, Bauingenieuren und Gebäudetechnikern gemeinsam erarbeiten. Indem nämlich die dritte Dimension bereits in der Planungsphase zu Ende gedacht wird und nicht erst auf der Baustelle entsteht, können Problemfelder, beispielsweise wenn sich eine Strom- und eine Wasserleitung kreuzen, frühzeitig erkannt und geklärt werden.

Arnold rüstet sich für die BIMplementierung

Spätestens seit Eingang der ersten Offertanfrage auf der Grundlage eines 3D-Modells liegt der Handlungsbedarf in Sachen BIM für Arnold auf der Hand. Im Rahmen eines Pilotprojekts an der Unterstation Wattenwil in Zusammenarbeit mit der BKW will Arnold selbst die Möglichkeiten mit BIM eruieren. Das Projekt wurde 2019 in Angriff genommen, um den Einsatz neuer digitaler Arbeitsmethoden in einem kleineren Rahmen zu testen. Die BKW stand dabei mit der passenden Software und dem entsprechenden Knowhow zur Seite.


Arnold richtete den Fokus dabei auf die Bauausführung. Das Schlagwort lautet hierbei BIM2Field und verweist auf die Operationalisierung des Modells für die Ausführungsphase. Für einen ersten Feldversuch galt es, anhand des 3D-Grundmodells der Unterstation, das die BKW bereits erarbeitet hatte, Befestigungspunkte auf der Baustelle anzuzeichnen. Nachdem sichergestellt war, dass die 3D-Modelldaten gelesen und bearbeitet werden konnten, mussten die Bohrlöcher in Form von intelligenten Punkten im Datenmodell integriert werden. Darauf folgte die Einmessung des Lasers auf der Baustelle mithilfe dreier Referenzpunkte. Danach liessen sich die Befestigungspunkte mittels Lasertechnik exakt auf das betreffende Objekt projizieren. Beides geschah auf Knopfdruck über ein Tablet. Die nötigen Fähigkeiten haben sich die involvierten Arnold-Mitarbeitenden innert kürzester Zeit angeeignet. Für eine kompetente Programmierung und Anwendung der Lasergeräte fand im Vorfeld eine externe Schulung statt.


Nachdem die Löcher auf Basis der Projektion angezeichnet worden waren, wurden diese anhand des Papierplans überprüft. Das Ergebnis überzeugte. Der erste Feldversuch in der Unterstation Wattenwil konnte zur vollsten Zufriedenheit des Projektleiters und des Kunden abgeschlossen werden. Der weitere Einsatz der BIM-Methode im laufenden Projekt wird darum als produktiv erachtet.


Auf Basis des Pilotprojekts konnte festgestellt werden, dass sich durch den Einsatz von digitalisierten Arbeitsmethoden ein Grossteil des Planungsaufwands ins Büro verlagert, sodass auf der Baustelle sozusagen nur noch die Ausführung erfolgen muss. Das bedeutet auf lange Sicht massive Zeit- und Ressourceneinsparungen, da auf der Baustelle keine komplizierten Messungen mehr von Hand über unwegsames Gelände nötig sind und ein Mitarbeitender diese fortan allein vornehmen kann.

Hier kommt BIM zum Einsatz

Doch der Anwendungsbereich erweist sich als weitaus breiter. Beispielsweise kann das Datenmodell im Kontext von Submissionen für zusätzliche Informationen abgefragt werden. Weiter zeigen sich Vorzüge bei der Offertstellung, da hierfür relevante Daten extrahiert werden können und somit präziser offeriert werden kann. Auf Basis des Modells erfolgt schliesslich eine minutiöse Bau(ablauf)planung. Simulationen im Vorfeld erlauben es, wie erwähnt, Unstimmigkeiten im Prozess zu minimieren.


Auf der Baustelle lassen sich die generierten Daten und Informationen nicht nur für eine effizientere Bauausführung nutzbar machen, indem wie oben geschildert digitale Baupläne und Werkzeuge zum Einsatz kommen. Auf Basis des Modells kann zudem über ein Soll-Ist-Abgleich auch die Fortschrittsüberwachung erfolgen.


Wird der Blick geöffnet, erweist sich die BIM-Methodik auch für die Instandhaltung als produktiv. Mithilfe des Konzepts des oben erwähnten digitalen Zwillings können Szenarien eruiert und simuliert werden. Beispielsweise kann festgestellt werden, in welchem Intervall eine Komponente für eine maximale Lebensdauer überprüft werden muss. Die Service-Strategie, aber auch das Mängelmanagement im Spezifischen, bauen so auf einer transparenten Datenbasis auf. Kunden wird ermöglicht, ihr Facility Management umfassend proaktiv zu steuern.


Die Zukunft beginnt heute

BIM wurde von Arnold als wichtige Schlagrichtung und strategisches Projekt für die kommenden Jahre festgelegt. Das erfolgreich angelaufene Pilotprojekt zur Implementierung der BIM-Methodik in Zusammenarbeit mit der BKW zeigt, dass sich Arnold auf dem richtigen Weg befindet. Schliesslich profitiert nicht nur das Unternehmen, sondern auch der Kunde sowie jeder einzelne Projektbeteiligte. BIM ist die Zukunft für Generalunternehmer, Planer, Architekten und natürlich auch Netzbauer. So zeichnet sich, insbesondere in den städtischen Zentren Zürich, Basel und Bern, eine stetige Zunahme ab. Die Wettbewerbsvorteile, die sich mit BIM bieten, sind unverkennbar. Dafür sprechen nicht nur vereinfachte Prozesse und ein besonders zielgerichtetes Projektmanagement, sondern auch reduzierte Betriebs- und Instandhaltungskosten.

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