Energie – Projekt 5


Mastabbau auf der A16 bei Eiseskälte

Emilien Voisard

Bereichsleiter Energie, Jura, Delémont

Die BKW hat die Arnold AG mit dem Abbau einer 16-kV-Leitung auf Betonmasten zwischen den Unterstationen Courrendlin und Courroux beauftragt. Die grösste Herausforderung dieses Auftrags lag im Abbau des Mastes Nr. 2, der genau in der Autobahnverzweigung Delémont-Est der A16 stand.

Im Sommer 2018 haben wir eine ein Kilometer lange 16-kV-Leitung zwischen den Unterstationen Courrendlin und Courroux verlegt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren diese Unterstationen mit einer Freileitung auf Betonmasten miteinander verbunden. Nachdem die neuen Kabel verlegt waren, bestand unsere Aufgabe darin, die Freileitung abzubauen. Sechs der acht Masten befanden sich in Landwirtschaftszone. Aufgrund dessen wurde beschlossen, den Abbau der Masten im Winter 2019 durchzuführen, damit die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen in Grenzen gehalten werden konnten.


Anfang des Jahres 2019 konnten wir dann mit den Arbeiten beginnen. Der Abbau der Kabel zwischen den Masten Nr. 4 und 8 stellte keine grossen Probleme dar, insbesondere aufgrund der Erfahrung und Professionalität der Monteure vor Ort. Dieser Teil des Auftrags hatte entsprechend auch keine Unfälle oder Schäden zur Folge. Bei den Masten Nr. 1 bis 3 sah das Ganze etwas anders aus. Der 13 Meter lange und sechs Tonnen schwere Mast Nr. 2 befand sich nämlich genau in der Mitte der Autobahnverzweigung Delémont-Est auf der A16. Aus Sicherheitsgründen war es also unabdingbar, sämtliche Ein- und Ausfahrten der betroffenen Autobahnstrecke zu schliessen. Dank der Unterstützung der Abteilung Infrastruktur des Kantons Jura und des ASTRA konnten wir eine Schliessung der Autobahnstrecke von 8:00 bis 11:00 Uhr erreichen.


Wir mussten also in diesem kurzen Zeitraum zwei Kabelträger zwischen den Masten 1, 2 und 3 demontieren, den Fuss des Mastes und das Fundament teilweise freilegen, den Betonmast durchsägen (60 cm Durchmesser), den abgesägten Teil abtransportieren und das Fundament wieder abdecken. Ein Wettlauf gegen die Zeit!

Zur Stabilisierung des Mastes während des Sägevorgangs haben wir uns für einen 40-Tonnen-Ladekran entschieden. Der Kran diente auch dazu, den Mast nach dem Abbau so schnell wie möglich von der Autobahn abzutransportieren. Ein Tiefbauunternehmen wurde mit der Freilegung und Sanierung des Mastfusses beauftragt.


Der Schlüssel zum Erfolg dieses speziellen Projekts war eine einwandfreie Koordination der involvierten Unternehmen und Teams.

Da der Termin des Abbaus schon weit im Voraus festgelegt worden war, konnte nicht vorausgesehen werden, dass sich die Temperaturen genau an diesem Tag deutlich unter dem Gefrierpunkt befinden würden. Unsere acht Mitarbeitenden, die Firma UT IX, das Tiefbauunternehmen und der Kranführer meisterten die komplexen Arbeiten bei eiskalten –12 °C – und konnten sogar die Lieferfrist einhalten!


Auch der Projektleiter der BKW, der die Arbeiten mit seiner Drohne dokumentieren wollte, sah sich mit ein paar Problemen konfrontiert. Die Propeller seiner Drohne froren aufgrund der niedrigen Temperaturen und des hartnäckigen Eisnebels ein. Ein weiterer Beweis für die bittere Kälte an diesem Tag! Der erfolgreiche Abschluss dieses Mandats ist dem Einsatz und der Professionalität aller Beteiligten an diesem kalten Morgen zu verdanken.

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